Corona-Boosterimpfung (u.a. erneute Aktualisierung der Empfehlungen des RKI - Stand 01.12.21)

Liebe Patienten,

nachdem seit dem 01.12.21 der Corona-Kinderimpfstoff zugelassen wurde, gibt es seit dem 17.12.21 eine Impfempfehlung der STIKO für Kinder im Alter zwischen 5 und 11 Jahren (für weitere Informationen auf das Pluszeichen klicken):

Die STIKO empfiehlt die Corona-Impfung mit dem für Kinder im Alter zwischen 5 und 11 Jahren zugelassenen Impfstoff von BioNTech® vorrangig für Kinder mit vorerkrankungsbedingt erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung (z.B. bei Diabetes, Herzfehlern, Asthma, Nierenerkrankungen etc.).

In der STIKO-Empfehlung heißt es aber auch ausdrücklich: “Die COVID-19-Impfung kann auch bei 5 bis 11-jährigen Kindern ohne Vorerkrankungen bei individuellem Wunsch von
Kindern und Eltern bzw. Sorgeberechtigtennach ärztlicher Aufklärung erfolgen.”.

Der Kinderimpfstoff hat eine vom bisherigen Impfstoff abweichende niedrigere Konzentration und ein anderes Injektionsvolumen. Laut EMA soll das Vakzin an Kindern von fünf bis elf Jahren in zwei Impfungen mit einer Dosierung von jeweils zehn Mikrogramm verabreicht werden. Der Abstand zwischen den Impfungen sollte demnach mindestens drei, besser vier Wochen betragen.

Der COVID-19-Impfstoff wird auf besondere Bestellung bei Bedarf an uns geliefert. Wenn Sie eine Impfung für Ihr Kind wünschen, rufen Sie uns gerne an oder kontaktieren uns per email.

Bisherige Neuerungen:

Am Donnerstag, dem 18.11.21 sind die Impfempfehlungen des RKI zur COVID-19-Impfung erneut aktualisiert worden.

Neben vielerlei kleineren Änderungen hier die wichtigsten Empfehlungen

Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht und danach eine Impfstoffdosis erhalten haben, empfiehlt die STIKO zukünftig eine Auffrischimpfung in der Regel sechs Monate nach der vorangegangenen Impfung.

Das gleiche gilt für Personen, die nach der ersten oder zweiten COVID-19-Impfung eine Coronainfektion durchgemacht haben. Auch sie sollten eine Auffrischimpfung im Abstand von sechs Monaten zur letzten Infektion erhalten.

Die STIKO empfiehlt weiterhin für alle Personen zur Boosterimpfung einen mRNA-Impfstoff, also BioNTech oder Moderna.

Aufgrund der neuesten Erkenntnisse zum Nebenwirkungsprofil wird bei Personen, die unter 30 Jahre alt sind, ausschließlich der BioNTech-Impfstoff empfohlen.

Hintergrund ist, daß es bei jüngeren Menschen nach Impfung mit einem mRNA-Impfstoff zu einer Herzmuskelentzündung kommen kann.

Am höchsten war die Melderate nach PEI-Angaben bei Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren sowie jungen Männern unter 30 Jahren.

Allerdings ist diese gemeldete Nebenwirkung extrem selten: Bezogen auf 100.000 Impfungen beträgt sie für den Biontech-Impfstoff etwa 5 Fälle und für den Moderna-Impfstoff etwa 11 Fälle.

Die STIKO empfiehlt nunmehr die Auffrischimpfung für alle Personen ab dem 18. Lebensjahr, und zwar 6 Monate nach der zweiten Impfung.

Eine Ausnahme besteht nach wie vor bei Personen, die die Erstimpfung mit Johnsson & Johnsson erhalten haben: Hier gilt – wie bereits seit Oktober – die Empfehlung für eine zweite Impfung im Abstand von mindestens 4 Wochen.

Zusätzlich ist zu beachten, daß der Bund ab sofort die Impfstoffmenge von BioNTech/Pfizer bis auf Weiteres erneut kontingentiert.

Das bedeutet: Es gibt zwar nach wie vor keine Priorisierung, wir Ärzte haben aber keinen Einfluß darauf, mit wieviel BioNTech-Impfstoff wir beliefert werden. Uns wird überwiegend Impfstoff von Moderna bereitgestellt.

Die Auffrischimpfungen werden dann bei über 30-Jährigen vermehrt mit Spikevax® von Moderna erfolgen müssen.

Und was meinen Sie dazu, Herr Doktor? Soll ich mich wirklich boostern lassen? Und welchen Impfstoff nehme ich?

Lassen Sie sich impfen! Bei bestimmten Vorerkrankungen, die das Immunsystem beeinträchtigen (z.B. Asthma, Diabetes, Durchblutungsstörung am Herzen), ist eine Boosterimpfung besonders sinnvoll.

Wenn ich Ihnen in den letzten Jahren zum Beispiel krankheitsbedingt die Grippeschutzimpfung empfohlen habe, würde ich Ihnen jetzt auch die Boosterimpfung empfehlen.

Lassen Sie sich impfen! Auch wenn Sie gesund sind, aber ein beruflich bedingt erhöhtes Infektionsrisiko haben, ist eine Boosterimpfung für Sie sinnvoll.

Dies gilt zum Beispiel für Polizisten im Einsatzdienst, Lehrer und Erzieher.

Wenn Sie gesund sind und auch kein beruflich bedingt erhöhtes Infektionsrisiko haben, ist trotzdem eine Boosterimpfung für Sie sinnvoll.

Allerdings besteht bei Ihnen nach aktuellem Kenntnisstand der Impfschutz nach der letzten COVID-Impfung über die so oft genannten 6 Monate hinaus.

Der Impfschutz wird also nach 6 Monaten nicht gleich auf null abfallen, sondern langsam absinken.

Deshalb müssen Sie nicht sofort am ersten Tag nach der letzten Impfung die Boosterung erhalten. Kümmern Sie sich aber ruhig bereits jetzt um einen Termin zur Auffrischimpfung.

Nach Impfung mit einem mRNA-Impfstoff kann es bei jüngeren Menschen zu einer Herzmuskelentzündung kommen.

Diese Nebenwirkung ist, wenn sie auftritt, gut behandelbar und prognostisch gutartig.

Da diese Nebenwirkung beim Moderna-Impfstoff aber geringfügig häufiger auftritt, empfehle ich Ihnen gemäß der STIKO-Empfehlung den BioNTech-Impfstoff.

Die seltene Nebenwirkung einer Herzmuskelentzündung wurde bislang nur bei jungen Menschen festgestellt. Darüberhinaus ist das Wirkprinzip, auf dem beide Impfstoffe beruhen, dasselbe, und die Wirksamkeit ist bei beiden Impfstoffen gleich gut.

Deshalb ist es in Ihrem Alter unerheblich, ob Sie Moderna oder BioNTech erhalten.

Viel wichtiger als die Frage nach dem Impfstoff ist vielmehr die Frage nach dem Impfzeitpunkt!

Wir sind inzwischen in der Lage, 150 bis 200 Patienten in der Woche zu boostern (und dies neben der normalen Regelversorgung unserer Patienten!)  – wenn man uns nur lässt.

An den politischen Entscheidungen über die Belieferung mit Impfstoffen können wir alle nichts ändern. Und wir werden in den nächsten Wochen definitiv fast ausschließlich Moderna-Impfstoff erhalten (und die wenigen verfügbaren BioNTech-Impfstoffe für unsere jüngeren Patienten vorhalten müssen!).

Deshalb meine klare Empfehlung für Sie: Nehmen Sie Ihren Impftermin bei uns wahr und lassen Sie sich mit dem Moderna-Impfstoff bosstern!

Auch wenn es bislang keine Priorisierung bei der Boosterimpfung gibt, empfiehlt die STIKO nach wie vor die Boosterimpfung vorrangig für folgende Personen:

Die Auffrischimpfung soll frühestens 6 Monate nach der letzten COVID-Impfung erfolgen. Verwendet werden soll BioNTech oder Moderna unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde.

Personen mit schwerer Immunschwäche werden von der STIKO folgendermaßen definiert:

  • Patienten nach Organtransplantation (z.B. Nieren- oder Stammzelltransplantation)
  • Patienten, die eine Dialysetherapie erhalten
  • Patienten, die eine immunschwächende Therapie erhalten (z.B. Kortisontherapie, Rituximab, MTX, Azathioprin)
  • Patienten mit aktiven Krebserkrankungen, die aktuell eine Krebstherapie erhalten
  • Patienten mit Autoimmunerkrankungen (z.B. Rheumatoider Arthritis, Multiple Sklerose)
  • Patienten mit Colitis Ulcerosa oder M. Crohn, die eine immunschwächende Therapie erhalten
  • HIV-Patienten

Allen oben genannten Personen wird eine Auffrischimpfung empfohlen. Die Impfung soll mit BioNTech oder Moderna durchgeführt werden.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie zu den genannten Personengruppen gehören (z.B. aufgrund der Ihnen verordneten Medikamente), sprechen Sie uns gerne an oder kontaktieren uns per email.

Die Auffrischimpfung wird bei Bewohnern und Betreuten in Einrichtungen von Pflegeeinrichtungen grundsätzlich empfohlen – unabhängig vom Alter.

Die Auffrischimpfung soll frühestens 6 Monate nach der letzten COVID-Impfung erfolgen. Verwendet werden soll BioNTech oder Moderna unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde.

Noch ungeimpften Schwangeren wird die Impfung mit zwei Dosen (mit BioNTech oder Moderna) ab der 13. Schwangerschaftswoche empfohlen.

Wenn die Schwangerschaft nach bereits erfolgter Erstimpfung festgestellt wurde, sollte die Zweitimpfung ebenfalls ab der 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.

Darüberhinaus empfiehlt die STIKO auch ungeimpften Stillenden die Impfung mit zwei Dosen (mit BioNTech oder Moderna).

Die STIKO empfiehlt für alle 12 – 17-Jährigen die COVID-19-Impfung (mit BioNTech oder Moderna).
Nach der Impfung sind in sehr seltenen Fällen Herzmuskelentzündungen aufgetreten. Betroffen waren bisher überwiegend männliche Jugendliche und junge Männer. Die Erkrankungen verliefen meist mild.

Aufgrund der Seltenheit dieser Nebenwirkung überwiegt der Nutzen der Impfung durch den Schutz vor COVID-19 Infektionen deutlich das Risiko von Nebenwirkungen (weitere Informationen zum Nebenwirkungsprofil der COVID-19-Impfstoffe finden Sie hier: Informationen zu den verfügbaren Corona-Impfstoffen)

Personen, die bisher eine Impfstoffdosis der COVID-19 Vaccine Janssen erhalten haben, sollen eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis (also BioNTech oder Moderna) ab 4 Wochen nach der Janssen-Impfung erhalten.

Mitarbeitern in Pflegeeinrichtungen sowie in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt wird eine Auffrischimpfung empfohlen.

Die Auffrischimpfung soll frühestens 6 Monate nach der letzten COVID-Impfung erfolgen. Verwendet werden soll BioNTech oder Moderna unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde.

Während die STIKO ursprünglich im Sinne einer Vorsichtsmaßnahme empfahl, zwischen einer COVID-19-Impfung und der Applikation anderer Impfstoffe einen Mindestabstand von 14 Tagen einzuhalten, liegen mittlerweile umfangreiche Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit der in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffe vor.
 
Zwischen COVID-19-Impfungen und anderen Totimpfstoffen muss deshalb ab sofort kein Impfabstand mehr eingehalten werden. Sie können simultan gegeben werden.
 
Theoretisch wäre es hierbei denkbar, dass Impfreaktionen häufiger als bei der getrennten Gabe auftreten können. Es gibt jedoch umfangreiche Erfahrungen mit Nicht-COVID-19-Impfstoffen, die zeigen, dass die Immunantwort und das Nebenwirkungsprofil nach gleichzeitiger Verabreichung verschiedener Impfstoffe im Allgemeinen dem bei jeweils alleiniger Anwendung entsprechen.
Nun noch ein persönliches Wort…

Bereits VOR Veröffentlichung der neuen Impfempfehlung der STIKO hat der geschäftsführende Gesundheitsminister Spahn in einem offenen Brief für eine generelle Boosterimpfung geworben (Quelle: Brief des Gesundheitsministers).

Deshalb wurde die Coronavirus-Impfverordnung dahingehend geändert, daß nun grundsätzlich Auffrischimpfungen („Booster“) für alle Personen erlaubt sind, deren Grundimmunisierung sechs Monate oder länger zurückliegt.

Was viele unserer Patienten sehr verunsichert, sind die immer wieder unterschiedlichen Aussagen der Gesundheitspolitiker im Gegensatz zu den Empfehlungen des RKI. Ich bin der Meinung, daß Politiker keine konkreten Impfempfehlungen abgeben sollten. Zugespitzt gesagt warte ich nur noch darauf, daß Herr Spahn demnächst in einem offenen Brief darlegt, wie man seiner Meinung nach Diabetes behandeln sollte…

Lassen Sie sich nicht verunsichern!

Es ist wichtig, zu unterscheiden zwischen den Empfehlungen des RKI und der Meinung eines Gesundheitsministers:
 
  • Die vom RKI gemachten Impfempfehlungen beruhen auf medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen und sind deshalb ein guter Leitfaden für die individuelle Entscheidungsfindung.
  • Die vom Bundesgesundheitsminister und der Gesundheitsministerkonferenz vereinbarte Coronavirus-Impfverordnung beruht auf politisch-epidemiologischen Überlegungen und hat mit der medizinischen Situation Einzelner überhaupt nichts zu tun. Genaugenommen besagt die Impfverordnung auch lediglich, dass wir Ärzte nun frei entscheiden dürfen, wem wir eine Boosterimpfung verabreichen. Sie beinhaltet keine Impfempfehlung (im Gegensatz zum offenen Brief des Gesundheitsministers).