Patienteninformationen zur Coronavirus-Krise

Liebe Patienten,

das Wichtigste vorweg: Wenn Sie Beschwerden wie z.B. Husten, Schnupfen, Fieber haben, ist es (trotz Ausbreitung des Coronavirus [SARS-CoV-2] in Deutschland) momentan sehr wahrscheinlich, dass Sie eine Grippe oder Erkältungskrankheit (und NICHT COVID-19) haben.

Im Folgenden beantworten wir die häufigsten Fragen, die unsere Patienten mit Erkältungsbeschwerden momentan an uns stellen:

1. Meine Erkältungsbeschwerden könnten ja auch durch eine Corona-Infektion hervorgerufen sein. Wann muss ich getestet werden?

Zunächst einmal werden nur Patienten getestet, die Erkältungsbeschwerden (vor allem Husten, Temperatur > 38,5°C, Kurzatmigkeit) haben. Ein Test darf dann durchgeführt werden, wenn zusätzlich eines der folgenden Kriterien besteht:

  • Kontakt zu einer infizierten Person in den letzten 14 Tagen
  • Risikogruppen (u.a. Patienten mit Diabetes, Asthma, COPD, bestimmten Herzerkrankungen, Immunsupprimierte, Krebspatienten, etc.)
  • Feststellung einer Lungenentzündung seitens des behandelnden Arztes
  • Berufstätige im Gesundheitssystem mit Patientenkontakt

Warum momentan nur nach den oben genannten Kriterien getestet werden darf, erfahren Sie unter Punkt 3.

2. Wer darf NICHT getestet werden?

Nicht getestet werden z.B. Patienten,

  • die zwar Erkältungsbeschwerden haben, für die aber die unter Punkt 1 genannten Zusatzkriterien nicht gelten,
  • die zwar Kontakt zu einer infizierten Person in den letzten 14 Tagen hatten, aber KEINE Erkältungsbeschwerden haben.

Warum momentan nur nach den oben genannten Kriterien getestet werden darf, erfahren Sie unter Punkt 3.

3. Für mich gelten die unter Punkt 1 genannten Bedingungen nicht. Trotzdem möchte ich wissen, ob ich eine Corona-Infektion habe und einen Test durchführen lassen.

Ihr Wunsch ist menschlich und nachvollziehbar! Grundsätzlich wäre es toll, wenn man alle Deutschen auch unabhängig von Risikokriterien testen könnte. Dies ist aber leider aufgrund der begrenzten Ressourcen nicht möglich: Die Labore melden Engpässe bei den verwendeten Testkits, und die Labormitarbeiter arbeiten teils im 24-Stunden-Betrieb am Rande ihrer Belastbarkeit.

Deshalb hat auch unser Labor uns zwischenzeitlich mitgeteilt, dass es momentan keine Wunsch-Testabstriche annimmt.

Auch wir halten es für sinnvoll, ungerichtete „Schrotschuss-Testungen“ zu vermeiden, um die noch vorhandenen Tests zielgerichtet einsetzen zu können. Ohnehin müssen wir uns nach den offiziellen Vorgaben richten und haben keinen Einfluss darauf, wer getestet werden darf und wer nicht.

4. Mir wurden von Ihrer Praxis Quarantäne und Schutzmaßnahmen empfohlen. Was war das alles nochmal genau?

  • Bleiben Sie zu Hause und meiden Sie Kontakt mit Fremden. Erlaubt ist Kontakt mit den Menschen, mit denen Sie ohnehin in häuslicher Gemeinschaft wohnen. Auch zu diesen sollten Sie – soweit möglich – einen Abstand von etwa 2m halten.
  • Es sollte – soweit möglich – keine weitere Person mit Ihnen im Zimmer schlafen. Falls unvermeidlich, versuchen Sie, mindestens einen Meter Abstand zu Ihrem Nächsten zu halten.
  • Waschen Sie häufig die Hände mit Wasser und Seife (ca. 2 Minuten – z.B. dabei im Kopf zweimal „Happy Birthday“ singen).
  • Fassen Sie möglichst nicht mit den Händen ins Gesicht.
  • Husten/Niesen Sie mit einem Taschentuch vor Mund und Nase, danach entsorgen Sie es im verschließbaren Abfalleimer; oder husten/niesen Sie in die Armbeuge.
  • Sie sollten möglichst dauerhaft eine Atemschutzmaske tragen, die Mund und Nase abdeckt. Falls Sie die Maske nicht tolerieren oder keine Maske verfügbar ist, Mund und Nase beim Husten oder Niesen mit Papiertüchern oder Taschentüchern bedecken (anschließend entsorgen).
  • Mehrmals täglich 10 Minuten Stoßlüften senkt die Virenzahl in der Luft und beugt dem Austrocknen der Schleimhäute von Nase und Mund vor.
  • Lassen Sie sich in Drogerie-Discountern oder Apotheken – soweit verfügbar – Händedesinfektionsmittel mit viruzider Wirkung (Gel oder Spray auf Alkoholbasis) besorgen: Ihre Kontaktpersonen sollten nach jeder Art von Kontakt mit Ihnen oder Ihrer unmittelbaren Umgebung sowie beim Verlassen Ihres Zimmers eine Händedesinfektion durchführen (3ml Lösung auf die Handflächen, mind. 30 Sekunden einreiben).

5. Es wurde öffentlich mehrfach die Pneumokokkenschutzimpfung empfohlen. Sollte ich das machen?

Die Impfung ist auch in der jetzigen Situation nicht für jeden Menschen sinnvoll. Sie bietet auch keinerlei Zusatzschutz vor einer eventuellen Corona-Infektion!

Lediglich die Menschen, für die die Impfung ohnehin (wie schon seit Jahren) empfohlen wird, sollten momentan besonders auf einen vollständigen Immunschutz achten, um zusätzliche Infektionsbelastungen wie eine Lungenentzündung durch Pneumokokken zu vermeiden.

Auf Nachfrage checken wir natürlich gerne zur Sicherheit Ihren Impfstatus. Da wir aber bei allen Patienten ohnehin konsequent auf einen vollständigen Impfstatus achten und Ihnen alle erforderlichen Impfungen zeitnah anbieten, ist es sehr unwahrscheinlich, daß bei Ihnen eine Pneumokokkenimpfung erforderlich ist – es sei denn, Sie gehören bislang zu den „Impfverweigerern“ und haben sich nun umentschieden.

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